Das Spannungsfeld zwischen Betriebskapital, Profitabilität und Sicherheit ist in jedem Unternehmen bewusst oder unbewusst ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensführung. Die Artikelserie KMU-Finanzen befasst sich mit der finanzorientierten Sicht auf ein KMU. In der Serie werden verschiedene Messgrössen als Controlling-Instrumente vorgestellt.

Betriebskapital

«Wie gut können die kurzfristigen Schulden durch das Umlaufvermögen bedient werden?»

Kurzfristig ist es das oberste Ziel eines Unternehmens die jederzeitige Zahlungsbereitschaft zu gewährleisten. Daher wird bei der Liquidität auch häufig vom «Sauerstoff des Unternehmens» gesprochen. In der Folge stellen wir einige ausgewählte Kennzahlen vor, welche Ihnen auf verschiedene Weise in der Steuerung Ihres Unternehmens behilflich sein können.

Grafik Betriebskapital

Zur Beurteilung der Effizienz im Umgang mit dem Betriebskapital ist der Cash Zyklus (=Betriebskapital-Tage) eine aussagekräftige Messgrösse. Dieser wird wie folgt berechnet:

Cash Zyklus = Debitoren-Tage – Kreditorentage + Lager-Tage

Auch die Entwicklung der einzelnen Werte kann hilfreiche Hinweise zu möglichen Optimierungspotenzialen geben. So kann beispielsweise einem Anstieg der Debitoren-Tage mit einer Straffung des Mahnwesens entgegengewirkt werden. Auch neu verhandelte Zahlungsbedingungen oder eine Anpassung des Einkaufswesens zeigen sich rasch in dieser Kennzahl.

Grafik Betriebskapital

Mit dem Current Ratio wird das Verhältnis des Umlaufvermögens zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten gemessen. Bei einem Wert über 1 sind sämtliche Verbindlichkeiten durch das Umlaufvermögen gedeckt.

Die Liquiditätseffekte von Optimierungen des Betriebskapitals werden oftmals unterschätzt. Die nachfolgenden Berechnungen zeigen anhand einer Beispielfirma mit einem Umsatz von CHF 5.2 Mio. die Effekte von Änderungen um eine Einheit (Tage/Prozent).

Grafik Betriebskapital

So erhöht sich in diesem Beispiel die Liquidität um mehr als CHF 14’000 alleine durch die Reduktion der Debitoren-Ausstände um einen Tag. Die Berechnung dieser Werte lohnt sich: Sie kennen damit in Hinsicht auf die Liquidität die Stellhebel für die spezifische Situation Ihres Unternehmens und können proaktiv agieren.

Liquiditätsplanung

«90% der Konkurse in der Schweiz sind auf fehlende Liquidität zurückzuführen!»

Obwohl die grosse Mehrheit der Konkurse durch fehlende Liquidität verursacht wird, planen nur wenige KMU die Liquidität regelmässig. Dies obwohl dadurch oftmals früh genug Massnahmen ergriffen werden können.

Eine einfache Liquiditätsplanung kann bereits mit wenigen Daten erstellt werden. Nebst der vorhandenen Liquidität sind aus der Buchhaltung die offenen Debitoren und Kreditoren zu berücksichtigen. Diese IST-Daten können in der Folge mit regelmässigen Aufwänden (Miete, Löhne, Sozialversicherungen, MWST etc) und geplanten Erträgen ergänzt werden. Bei vielen Tools können Sie die regelmässigen Mittelflüsse gleich als Regeln hinterlegen.

Liquiditätsplanung

Der nächste Artikel dieser Serie beleuchtet das Thema Stabilität/Sicherheit. Verpassen Sie nichts und melden Sie sich für unseren Newsletter an.

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